Cover des Magazins Lilliput Jg. 4/Nr. 5 und Jg. 14/Nr. 3, Illustrationen von Walter Trier

Exilfotografie in London (1933-45) – Politiken des Tierbildes
Burcu Dogramaci 
Sa, 24.10.2020, 9.30 9.45

Live-Vortrag mit Diskussion

Tiere waren ein beliebtes Sujet von Exilfotograf/inn/en, die nach 1933 auf der Flucht vor den Nationalsozialisten nach London kamen. Der Vortrag wird die politische Bedeutung der Tierfotografie im Kontext von Exil und Flucht diskutieren. Denn das Tierbild wurde in Zeitschriften wie „Picture Post“ oder „Lilliput“ mitunter als politische Karikatur eingesetzt. Diese Politisierung des Tierbildes erfolgte durch die Bildunterschriften. Das Pocket-Magazin „Lilliput“ generierte jedoch über die Juxtaposition, also die Gegenüberstellung zweier Bilder, Bedeutung. Dabei wurden Tierbilder auch zur Auseinandersetzung mit nationalsozialistischen Politikern eingesetzt. Dies ist bemerkenswert, da an „Picture Post“ und „Lilliput“ ein ganzes Netzwerk an Emigrant/inn/en beteiligt war: Chefredakteur beider Magazine war der emigrierte Journalist Stefan Lorant; für ihn arbeiteten Fotografen wie Wolf Suschitzky, Hans Casparius oder Tim Gidal. Im medialen Transfer wurde aus dem Tierporträt durch redaktionelle Bearbeitung – Bild-Text- oder Bild-Bild-Relationen – ein politisches Sujet.  


Burcu Dogramaci, Prof., Kunsthistorikerin; Professur an der LMU München; Leiterin des ERC Projekt „Relocating Modernism: Global Metropolises, Modern Art and Exile (METROMOD)“ (2017–2022, metromod.net); Forschungsschwerpunkte: Exil und Migration, Fotografie, Mode, Architektur, Skulptur der Moderne; ausgewählte Publikationen: Fotografie der Performance. Live Art im Zeitalter ihrer Reproduzierbarkeit (2018); Migration und Exil. Nomadic Camera. Fotografie, Exil und Migration (2019, mit Helene Roth); Handbook of Art and Global Migration. Theories, Practices, and Challenges, (2019, Mhg. Birgit Mersmann).
 

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