The Wolf Man. Quelle: Sammlung filmexil@synema.at

Homo homini lupus. Fährten suchen ~ Spuren lesen in The Wolf Man (1941)
Brigitte Mayr & Michael Omasta
Sa, 24.10.2020, 10.45 11.15

Aufzeichnung mit anschließender Diskussion

„Ich selbst bin der Wolfsmann“, meinte der Autor Curt Siodmak über seine berühmte Leinwandschöpfung. Als Jude 1933 vor den Nazis aus Deutschland nach Los Angeles geflohen, verband er in seinem Bild vom Werwolf Täter und Opfer. Für Universal schrieb er das Original-Drehbuch The Wolf Man, das George Waggner 1941 mit Lon Chaney Jr. in der Hauptrolle verfilmte. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes, der dazu verflucht ist, sich bei Vollmond in eine wölfische Bestie zu verwandeln.
Das titelgebende Monster ist ein tragischer Held, der sich bewusst ist, welches Unheil er als Werwolf anrichtet, ohne etwas dagegen tun zu können. Siodmak gestaltete das animalische Wesen nahe an seiner eigenen Erfahrung: „Ich wurde in ein Schicksal gezwungen, das ich nicht wollte: ein Jude in Nazi-Deutschland zu sein. Ich hätte das nicht als mein Schicksal gewählt.“



Brigitte Mayr, Dr.in phil., wissenschaftliche Leiterin von SYNEMA – Gesellschaft für Film und Medien; (Co-)Konzeption von Symposien mit begleitenden Filmschauen; (Co-)Herausgeberin zahlreicher Publikationen, darunter speziell zum Filmexil: Fritz Rosenfeld, Filmkritiker (2007), Script: Anna Gmeyner. Eine Wiener Drehbuchautorin im Exil (2009), Charles Korvin – Erinnerungen eines Hollywoodstars aus Ungarn (2012), Paul Czinner – Der Mann hinter Elisabeth Bergner (2013), Wohlbrück & Walbrook – Schauspieler, Gentleman, Emigrant (2020). 

Michael Omasta, Filmredakteur der Wiener Wochenzeitung „Falter“, Vorstandsmitglied von SYNEMA; Kurator zahlreicher Retrospektiven zum österreichischen Filmexil; (Co-)Autor und Herausgeber von Büchern über Claire Denis, Michael Pilz, Romuald Karmakar und Ruth Beckermann; ausgewählte Publikationen mit Bezug zum Filmexil: Aufbruch ins Ungewisse. Österreichische Filmschaffende in der Emigration vor 1945 (1993); Regie: Rappaport. Ein sowjetischer Filmemacher aus Wien (2008), Wolf Suschitzky: Films (2010), Amos Vogel: Ein New Yorker Cineast aus Wien (2011), Peter Lorre – Schauspieler in Wien, Berlin und Hollywood (2014).

 

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